Anmaßung
 
 
Oh – ich weiß – ihr habt die Welt gepachtet mit eurem Studium und Abitur,
denn ihr wisst genau, wie man ein Bild betrachtet,
kennt den Unterschied zwischen Aquarell und Karikatur.
Selbstredend seid ihr auch in der Literatur Experten,
und man findet euch mit Sachverstand in allen Konzerten.
 
Oh – ich weiß – ihr habt die Welt gepachtet, schließlich kennt ihr Professor so und so.
Ist der Prof, milde gesagt, auch leicht umnachtet,
macht nichts – Hauptsache – er hat das akademische Niveau!
Dieses braucht man, sonst versteht man nichts von Kunst und Politik,
allein seine Vorlesungen verschaffen wahren Durchblick.
 
Oh – ich weiß – ihr habt die Welt gepachtet, ihr philosophiert sogar noch im Bett.
Wo ihr noch Sexualtheorien ausschlachtet,
habe ich sie längst praktisch umgesetzt – und fand sie ganz nett.
Mal wieder erreiche ich keine wissenschaftliche Ehr,
es mangelt mir am Basiswissen für den Liebesverkehr.
 
Oh – ich weiß – ihr habt die Welt gepachtet, mit eurem Abitur und Studium.
In die Nickelbrille wird´s Dasein verfrachtet –
als handlicher Bücherband mit einem Lederumschlag drum.
Worin zu lesen ist, wie man lebt, liebt, lacht, weint oder schreit.
Und da wage ich Kulturbanause das Schreiben? Frechheit!
 
 


 

 

Jeder hat so seine Schwächen
 
Ich spreche von der Brust und nicht von Melonen. 
Sehe statt strahlender Heroen nur Leute. 
Gülden glitzernde, rauschende Meereswogen 
geh´n spurlos an mir vorbei. Starke Brandung heute! 
 
Eher fühl´ ich mich verarscht als völlig frustriert. 
Die holde liebliche Maid ist häufig die Hur´. 
Mein Mark streichelt kein fröstelnder Odem. Es friert. 
Rigide bin ich auch nicht, höchstens ein wenig stur. 
 
Bei Herzflattern, süß oder nicht, hilft der Internist. 
Ihr zartes Antlitz ist ein hübsches Gesichte. 
Seelenergüsse sind für mich nur übler Mist. 
Für Poesie fehlt mir Hirn, d´rum schreib´ ich Gedichte. 
 

 

 



 

Liebe
 
 
Nein – 
 
was kann Liebe groß und stark sein –
 
wenn man
 
sich
 
wochenlang ....................................
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
nicht gesehen hat.

 

 



 
Ich bin gleich soweit
 
 
Um viere rufe ich bei ihr an,
erinnere sie nochmals daran,
dass wir heute Abend weggehen wollten,
daher pünktlichst das Haus verlassen sollten,
sie möge diesmal etwas früher die Fußnägel feilen
und sich beim Zurechtmachen doch ein klein wenig beeilen.
 
Verdächtig klingt es aus der Leitung nach Streit.
„Brauchst gar nicht zu drängeln. Ich bin gleich soweit!“
 
 
 
Kurz vor sechs ist auf der Arbeit Schluss,
dass man auch immerzu hetzen muss.
Stau, rote Ampeln, auch noch Berufsverkehr,
wenn sie sich nicht beeilt, schaffen wir´s nicht mehr.
Doch zehn nach sechs halte ich trotz allem vor unserem Haus.
Immer zwei Stufen auf einmal, gleich kommt mir die Lunge raus.
 
Schließ´die Tür auf, hoffentlich ist sie bereit.
Irgendwoher ruft sie: „Ich bin gleich soweit!“
 
 
 
Ich glaube, ich brauche eine Kur,
ras´ in die Zimmer, wo steckt sie nur?
In der Küche finde ich nur kalten Tee.
Langsam steigt in mir hoch der Morgenkaffee.
Denn plötzlich höre ich sie fröhlich in der Wanne singen.
Nun muss ich nicht nur um Luft, auch um meine Fassung ringen.
 
Meinst du nicht, flöte ich, es wird langsam Zeit?
„Eine Sekunde noch! Ich bin gleich soweit.“
 
 
 
Sie steigt schon aus der Badewanne.
Halt mich, ich kriege eine Panne.
Ihr fällt ein, zu meinem größten Entzücken,
die Haut wär´zu trocken an ihrem Rücken.
Doch darauf lass´ich mich, mit dem Hinweis auf die Uhr, nicht ein.
Da bekomme ich prompt ihre Antwort: „Soviel Zeit muss sein“.
 
Was – noch eincremen? Du bist wohl nicht gescheit!
„Jetzt rege dich nicht auf! Ich bin gleich soweit!“
 
 
 
Wie kann ich diese Frau bloß lieben?
Inzwischen ist es fünf vor sieben.
Und sie schlendert gemütlich zum Kleiderschrank
und beginnt zu probieren. Sie macht mich krank.
„Die Bluse ist zu frech und dieser Pulli viel zu bieder.“
Zieh doch an, was du willst, aber mach mich nicht völlig nieder.
 
Dein Trödeln find´ich eine Unverschämtheit.
„Werd nicht ungeduldig! Ich bin gleich soweit!“
 
 
 
Erhörst du vielleicht jetzt mein Flehen
und können wir nun endlich gehen?
„Aber Schatz, ich bin noch nicht zurecht gemacht.“
Verdammt – schreie ich – es ist drei vor halb acht.
„Auf keinen Fall werde ich das Haus ungeschminkt verlassen!“
Mit was habe ich das verdient? Es ist nicht zu fassen!
 
„Hör auf mit dem Theater, es ist noch Zeit.
Außerdem geht das schnell. Ich bin gleich soweit!“
 
 
 
Am liebsten würde ich sie töten!
Schon wieder mal ist sie in Nöten.
Sie stellt fest, das Make-up passt nicht zur Frisur.
„So kann ich nicht gehen“, erklärt sie mir stur.
In Seelenruhe kratzt sie die Schminke wieder herunter.
Da bemerkt sie – die Frisur störte – es wird immer bunter.
 
„Ich werde nervös, wenn man mich so anschreit.
Hör endlich damit auf! Ich bin gleich soweit!“
 
 
 
Je länger sie sich nun neu frisiert,
umso mehr bin ich total frustriert.
Ich hatte mich so auf den Abend gefreut
und die Karten gelten doch auch nur für heut´.
Ist es ein Wunder, dass sich daraufhin mein Gemüt erhitzt?
„Versteh´ich ja, aber nun bin ich vor Aufregung verschwitzt.
 
Muss mich noch mal waschen; sonst wär´ich bereit,
nur wegen dir – aber: Ich bin gleich soweit!“
 
 
 
Inzwischen ist es zwanzig Uhr zehn.
Eigentlich bräuchten wir nicht mehr geh´n.
Doch die Berliner Szene fängt nie pünktlich an.
Ich hoffe, die halten sich heut´ auch daran.
Dann könnten wir es noch schaffen, ich bekomme neuen Mut.
Wär´n wir doch schon im Auto, vielleicht würde alles noch gut.
 
Besser gelaunt nehm´ ich´s mit Gelassenheit,
als sie wieder mal sagt: „ich bin gleich soweit!“
 
 
 
Halb neun bin ich erneut am Fluchen.
Denn nun ist sie am Schuhe suchen.
„Ist es warm genug für die Sandaletten?
Doch lieber nicht! Die müsste ich erst fetten.
Die Schuhe sind zu eng, die zu warm, die kaputt, die zu alt,
mit denen hier rutsch´ ich ständig aus auf dem Straßenasphalt,
 
da ist der Absatz viel zu hoch und zu breit.
Die zieh´ich an. Siehste – ich bin gleich soweit!“
 
 
 
Toll! Sie ist fertig. Wir können geh´n.
„Hast du vielleicht die Schlüssel gesehn?“
Ich könnte schrein, doch im Hals sitzt mir ein Kloß.
Ewig das Gleiche – die Sucherei geht los.
Sie findet endlich die Schlüssel, beim Futter für die Katzen.
„Die Armen sind noch nicht gefüttert“ – mein Kloß ist am Platzen!
 
Es hilft jedoch weder Bettelei noch Streit,
die Viecherei geht vor. „Ich bin gleich soweit!“
 
 
 
Und bin ich noch so sehr am Kochen:
Hund Paul kriegt auch noch seinen Knochen.
Der Schlüssel findet sich zum zweiten Mal an.
Ich versteh´ nicht, wie man so schusslig sein kann.
Um zehn nach neun schwöre ich, nächstes Mal gehe ich allein,
denn auf so ein Theater ließe ich mich nie wieder ein.
 
„Du mit deiner ständigen Unfreundlichkeit
verdirbst mir den Abend – ich bin gleich soweit!“
 
 
 
Irre! Sie schaltet das Licht schon aus.
Endlich sind wir aus der Bude raus.
Zurück! Madame hat die Karten vergessen.
Ist sie von einem Dämonen besessen?
Alles von vorn! Kaum hat sie Karten und Schlüssel gefunden,
erklärt sie trocken: „Nur wegen mir warte sie seit Stunden“.
 
Ich schluck´s, doch bitte in aller  Höflichkeit,
sag nie wieder den Satz ´Ich bin gleich soweit´!
 
 
 
Um halb zehn sitzen wir im Wagen.
Da platzt mir abermals der Kragen.
Das Auto springt nicht an, hat kein Benzin mehr,
mit dem letzten Tropfen kam ich knapp noch her.
„Ich vergaß gestern das Tanken“, gesteht sie mir verstohlen.
Betont ruhig antworte ich: werd´ich ein Taxi holen.
 
Und mit einer gewissen Hellsichtigkeit
ahne ich ganz deutlich – ich bin gleich soweit!
 
 
 
Der Abend ist bös´ ausgegangen.
Die Polizei nahm mich gefangen.
Körperverletzung wird mir zur Last gelegt.
Ich hab´ mich über die Taxe aufgeregt.
Über das Motiv ist sich die Polizei im Unklaren.
Das kam so – wir stiegen ein – baten – sofort loszufahren!
 
Sagt der Fahrer in aller Gemütlichkeit:
„Wat denn – so eilich? Na – ick bin gleich soweit!“
 


 

 

Selig

 

Selig sind allein die Doofen –

denn sie haben


nichts zu verbergen.

 

 



 

 

Wahnsinn

 

Neulich sah ich
bei einem
jung – dynamisch – progressiven
Neurologen
und Psychiater
das Schild
mit der Aufschrift
„Bitte Füße abtreten!“.

 

Ich versuchte es
krampfhaft,
doch es gelang
mir nicht.

 

So behielt
ich meine Füße,
und werde
im Zweifelsfall
einen anderen Arzt
konsultieren.

 



 

Gebet der Unternehmer

 

Lieber Gott! Wir möchten dir uns´re Bitte präsentieren:
lass es keinesfalls zu, dass wir den Arbeitskampf verlieren.
Die Arbeiter sollen eine Nullrunde akzeptieren.
Niemals dürfen sie sich gegen uns solidarisieren
und unter Umständen offen gegen uns demonstrieren.
Mache, dass sich diese Gewerkschafter nicht profilieren
und sich rechtzeitig daran erinnern, dass wir sie schmieren.
Hilf uns, dass diese Politiker uns nicht boykottieren
ohne zu sehr nach Zuwendungen und Spenden zu gieren.
Du unser Gott! Sonst können wir nicht genug investieren
und weitere Arbeitsplätze wegrationalisieren.
Die Bevölkerung muss klar unterm Limit vegetieren,
denn nur so kriechen die Arbeitslosen auf allen Vieren
und die Tarife werden ihre Gültigkeit verlieren.
Oh Gott! Dann können wir Gewinnstatistiken studieren
und uns´re Börsenkurse wird man ganz oben dotieren.
Kleinaktionäre, die sich einbilden, zu profitieren,
werden wir mit wohlüberlegten Pleiten selektieren.
Erhörst du uns, lieber Gott, brauchst du dich auch nicht genieren,
wenn wir dir, nichts gibt es umsonst, eine Kerze spendieren.

 

Gott lacht, über eine Kerze will er nicht diskutieren,
da sollten den Altar schon einige Milliönchen zieren.

 



 

 

Mob
 
Was ist Mobbing?
Mobbing ist ein Ding,
dass kannst du nicht fassen,
doch es hält dich unmerklich fest ohne loszulassen.
 
 
Was ist Mobbing?
Mobbing ist ein Ding,
dass kannst du nicht riechen,
doch durch seinen üblen Gestank beginnst du zu siechen.
 
 
Was ist Mobbing?
Mobbing ist ein Ding,
dass kannst du nicht sehen,
doch seine Blicke machen dich unfähig zu gehen.
 
 
Was ist Mobbing?
Mobbing ist ein Ding,
dass kannst du nicht hören,
doch sein Krach kann dir die heimlichste Stille zerstören.
 
 
Was ist Mobbing?
Mobbing ist ein Ding,
dass kannst du nicht schmecken,
doch an seinem giftigen Geschmack kannst du verrecken.
 
 
Was ist Mobbing?
Mobbing ist ein Ding,
dass kannst du zwar fühlen,
doch du bist unfähig geworden, etwas zu spüren.
 
 
Was ist Mobbing?
Mobbing ist ein Ding,
dass einen ins grenzenlose Erstaunen versetzt, 
wie schnell der ach so brave Bürger sein Messer wetzt,
die freundliche Maske verliert und sein Opfer hetzt,
und nicht nur den Gejagten, auch sich selbst tief verletzt.
 
 
Was Mobbing ist?
Wenn die Täter unschuldig die Arme erheben,
eigentlich steh´n sie doch nur tatenlos daneben,
und gleichzeitig hinterrücks dein Leichentuch weben,
feige froh lächelnd, weil sie es nicht selbst erleben.
 
 
 
Das ist Mobbing.
 
Miläufertum gibt es nicht.
 
Auch wer nur schweigt, 
 
sein Gesicht 
 
ist der Mob.
 


 

 

Frau Münchhausens Abenteuer

 

„Uns´re Demokratie ist im richtigen Lot,
in der BRD gibt es kein Berufsverbot“,
erklärt mir die junge Frau im bestimmten Ton
nach unserer fast einstündigen Diskussion.
“Wenn du meinst“ antwortete ich inzwischen lahm.
Doch da braust sie auf: “Dein Gerede war infam!
Wir leben schließlich in dem freiheitlichsten Staat,
in dem jeder ein Recht auf seine Meinung hat.
Wer das bedroht, den würde ich selbst erschlagen!“
Oh Frau – konntest du den Satz nicht leiser sagen?
Per Berufsverbot flog sie als Lehrerin raus
und mit der Beamtenlaufbahn ist es jetzt aus.

„Niemals gibt es bei uns die Isolationshaft.
Seit Hitler ist sie als unmenschlich abgeschafft.“
„Wenn du meinst“ erwiderte ich ihr nur noch matt.
Ich hatte ihre Naivität einfach satt.
Ihr Berufsverbot ließ sich nicht mehr negieren –
dagegen ging sie nun sogar demonstrieren.
Auf der einen Demo gab es mächtigen Putz.
Gerade bei Polizisten suchte sie Schutz!
Sie warf Steine, beschwor die Polizeieinheit
und sie glaubte immer noch an Gerechtigkeit,
als man sie im Namen des Volk´s verurteilte
und sie ein Jahr in Isolationshaft weilte.

Kaum war sie auf freiem Fuß und raus aus dem Bau,
entdeckte sie ihre Liebe zu einer Frau.
„Menschenskind – bist du denn eigentlich besoffen?
Über so etwas redet man doch nicht offen!“
„Das Mittelalter mit Hexenjagd ist vorbei.
Wach auf! Heute ist es den Leuten einerlei,
wenn Gleichgeschlechtliche miteinander schlafen.
Schon lange gibt es nicht mehr den Paragraphen
und Tabus gegen Homosexualität.“
„Wenn du meinst“ sagte ich. Hier war alles zu spät.
Und richtig! Als man sie in die Klapse gebracht,
fragt sie noch den Arzt: „Was hab´ich bloß falsch gemacht?“!

 

 


 

 

Heldentod

 

Sollen doch die Leute,
die vom Heldentod reden,

sich heldenhaft umbringen,

 

und uns die Schande
eines ruhmlosen Lebens lassen.

 



 

 

Erlkönigin
 
 
Wer flüchtet schon wieder durch Nacht und Wind?
Es ist eine Mutter mit ihrem Kind.
Es ist eine Frau, die für´ ne bess´re Welt zu kämpfen begann
und dachte, dass sie hier etwas ändern kann.
 
 
„Mutter, was birgst du so bang dein Gesicht?“
„Siehst, Tochter, du die Faschisten nicht?
Wie sie uns beobachten und anstarren aus jedem Fenster?“
„Aber Mutter – du siehst Gespenster.“
 
 
´Oh, gute Frau, so bleib doch hier,
nur das Allerbeste für dich wollen wir.
Sei uns eine gute deutsche Mutter
und schenk uns noch ein wenig Kanonenfutter.´
 
 
„Meine Tochter, meine Tochter – und hörest du nicht,
was der Staat leise zu mir spricht?“
„Sei ruhig, bleibe ruhig – liebe Mutter,
auf dem Fluß fährt doch nur ein Kutter.“
 
 
´Willst, beste Frau, du dich nicht endlich ducken?
Aufhören – ständig aufzumucken?
Verstumme – und ordne dich in die Masse ein,
dann lassen wir dich auch in Ruh´ und es geht dir gar fein.´
 
 
„Meine Tochter, meine Tochter – und siehst du nicht dort,
sie wollen mich verschleppen an einen anderen Ort.
Sie kommen, sie kommen, sie wollen mich fangen.“
„Mutter – es sind nur ein paar Leute über die Straße gegangen.“
 
 
´Wir versuchten es im Guten, doch das ließ dich kalt.
Du bist nicht willig, nun gebrauchen wir Gewalt!´
„Oh Tochter, oh Tochter – sie fassen nach mir,
stecken mich in Isolationshaft, behandeln mich wie ein Tier.“
 
 
Der Tochter graust´s, jetzt ist ihr klar,
dass ihre Mutter schwebt in höchster Gefahr!
Sie beginnt zu kämpfen, sieht endlich die Not.
Doch zu spät – die Mutter ist tot!
 
 
 
 
Zur Erlkönigin
Am 10.Mai 1976 hatte meine Mutter wie jedes Jahr Geburtstag.
Am 10.Mai 1976 las ich den Erlkönig.
Am 10.Mai 1976 starb in Stammheim eine Frau.
Am 10.Mai 1976 schrieb ich die Erlkönigin.
Versteckte sie seit dem 10.Mai 1976 und wusste genau – warum.
 


 

 

Süßer die Gläser nie klingen

 
 
Süßer die Gläser nie klingen
als zu der Weihnachtszeit.
Kannst uns noch ´ne Flasche bringen
vom Fusel und vom Himbeergeist.
/: Auf der Arbeit macht der Flachmann schon morgens die Runde. :/
/: Weihnachtsglöckchen in aller Munde. :/
 
 
Schnell in die Kneipe gelaufen,
zapf uns paar Bierchen ein.
Wir fühl´n uns nur wohl beim Saufen,
zwei Promille dürften´s schon sein.
/: Daheim warten vielleicht schon lange die Frau und das Kind. :/
/: Ich bestell noch ein Körnchen geschwind. :/
 
 
Irgendwie finde ich zum Haus,
torkel duslig hinein.
Packt das Kind die Geschenke aus,
zech ich derweil fröhlich beim Wein.
/: Gelobet und gepriesen sei mir die heilige Nacht. :/
/: Der Nachbar hat ´ne Pulle gebracht. :/
 
 
Der Kleine liegt längst schon im Bett,
zum Sekt fehlt Liebe noch.
Meine Frau ist überhaupt nicht nett
und sagt, ich sauf´ rum wie ein Loch.
/: Zwischen zwei Schnäpsen habe ich sie gehörig vertrimmt. :/
/: Bevor sie mir die Laune verstimmt. :/
 
 
Süßer die Gläser nie klingen,
als zu der Weihnachtszeit,
Kannst mir neue Flaschen bringen
vom Fusel und vom Himbeergeist.
/: Nein, was habe ich doch gegrölt durch die selige Nacht :/
und gebechert, daß es nur so kracht,
Mir hat Weihnachten viel Spaß gemacht.
 
 


 

Lied einer Gastwirtin

 
 
Flaschen entkorken, Schnäpse einkippen,
Tränen abtrocknen, Gläser polieren,
Streitereien schlichten, Rechnung tippen,
Witze reißen, Neue integrieren!
 
1°° Uhr, 3°° Uhr, 4°° Uhr,
warum schleicht die Zeit nur?
 
Kein Ende abzusehn!
 
 
 
Jeden Abend der Wahnsinn aufs Neue!
Hier anstoßen, dort Getränk hinstellen,
Eifersucht, Schnaps, Liebe, Bier und Treue,
und gleichzeitig wollen Drei bestellen.
 
1°° Uhr, 3°° Uhr, 4°° Uhr,
warum schleicht die Zeit nur?
 
Kein Ende abzusehn!
 
 
 
Ausgeliefert – nur vom Tresen beschützt
stets freundlich und höflich reagieren!
Keiner fragt, auf was man sich selber stützt –
es schafft, nie die Geduld zu verlieren.
 
1°° Uhr, 3°° Uhr, 4°° Uhr,
warum schleicht die Zeit nur?
 
Kein Ende abzusehn!
 
 
 
Morgens: dicke Füße, es passt kein Schuh.
Die Nächte ziehen im Kopfe Kreise.
Im Ohr noch den Krach – wie findet man Ruh´?
Wie löst man sich los und wird ganz leise?
 
1°° Uhr, 3°° Uhr, 4°° Uhr,
warum rennt die Zeit nur?
 
Der Mond ist schon zu sehn!
 
 
Gewidmet Jutta Kumutat
 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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